https://www.google.de/maps/@-36.5101514,175.4230393,1487m/data=!3m1!1e3


Die Romy wollte also nun gern auf die Coromandel Halbinsel und einen im Reiseführer beschriebenen Track besuchen. Ein "Track" ist übrigens eine ausgewiesene Wanderroute. Leider hatten wir beide überlesen, dass der am Track liegende Zeltplatz nur über eine 30km lange, schmale Schotterpiste zu erreichen ist, die sich durch Wälder, über Berge und größtenteils als Serpentiene dahinwindet. D.h. 30km bei ca. 20km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und unter höchster Konzentration, damit wir mit unserem 7-Meter-Camper-Schiff nicht von der Klippe kippen oder in einer steilen Haarnadelkurve hängen bleiben. Zum Glück kam uns insgesamt nur ein Auto entgegen ... Krasse Fahrt, aber das Ziel war es (wie wir jetzt wissen) wert. Und achja: Laut Mietbedingungen unseres Autoverleihers dürfen wir keine Schotterpisten befahren - das hat uns uns aber bisher auch nie gestört :)

Bis zu der Schotterpiste sind wir übrigens schon anderthalb Stunden auf der maximal kurvigen, kaum breiteren aber asphaltierte Küstenstraße der Halbinsel entlanggezuckelt. Also insgesamt ganz schön zeitraubend und ganz schön nervenaufreibend die Anreise. So. Genug geningelt.

Der DOC-Zeltplatz in der Stony Bay ist schon wieder ein echtes Natur-Highlight. Und schon wieder tränt das Auge beim Anblick der Kulisse: Eine kleine niedliche Bucht mit leichtem Wellengang, seichte Wiesen mit uralten, verkorksten/knorkligen Bäumen, ein Fluß mit steingem Flußbett, der hier ins Meer mündet, ein paar Schafe dümpeln mit ihren Kälbern auf dem Gelände herum, Vögel zwitschern (einer klingt übrigens wie R2D2 aus Star Wars nach einem Systemabsturz) und ein paar knuffige Enten betteln ganz beiläufig um eine kleine Nahrungsergänzung aus Menschenhand. Das Ganze umrahmt von bewaldeten, bis zu 800m hohen Bergen, in denen die Wolken von der anderen Seite hängenbleiben. Zum Niederknien. Und man ist natürlich wieder fast allein auf weiter Flur, bis auf eine handvoll Tagesgäste und Ean, ein aus Auckland stammender 61jähriger Einheimischer, mit dem wir dann abends unsere Tequila-Flasche geleert haben. Es gibt sehr praktisch gestaltete Plumpsklos, Waschgelegenheiten mit frischem Flußwasser (only COLD water!), keinen Strom und keinerlei Mobilfunkempfang.

Unsere Vorräte reichen für zwei volle Tage, also bleiben wir die auch. Am ersten Tag gehen wir nun den Track bzw. sogar die verlängerte Variante davon. D.h. hinzu an den Hängen der Küste entlang durch einen strubeligen Urwald und durch diverse Täler und Buchten. Hier treffen wir dann auch auf die diversen Tierfallen für Getier, dass hier nicht hingehört bzw. nicht endemisch ist und Teile der örtlichen Fauna, z.B. den Kiwi (also den Vogel) fast ausgerottet hat. Da steckt also schonmal ein totes Possum, ein ca. 1m langes Wiesel, mit seinem (zermatschten) Kopf in einer Falle am Wegensrand. Auch ein paar Ratten hat's erwischt. Kein schöner Anblick, aber es muß wohl sein.

Naja der Rückweg ist dann auf alle Fälle weniger entspannt, denn es geht auf fast 600m hoch, also quasi überland zurück zum Zeltplatz. Der gigantische Ausblick rechtfertigt aber natürlich die Strapazen. Und wir haben mal wieder kurz Kontakt zur Außenwelt per Mobilfunk :) Nach den ca. 17 Kilometern Fußmarsch und den unzähligen Höhenmetern müssen wir dann noch barfuß durch ein Flußbett, um zum Platz zurückzukommen. Das kalte Fußbad wird dann noch durch eine MAXIMAL erfrischende Dusche mit dem oben erwähnten, scheiße kalten Flußwasser ergänzt, um den Körpergeruch wieder zu normalisieren.

Den nächsten Tag schlafen wir hübsch aus (also erst um neun aufstehen) und verbringen die Zeit mit Lesen, mit Bildern sortieren und mit dem Schreiben dieser Zeilen. Als nachmittags die Sonne rauskommt, dümpeln wir noch ein bißchen am Strand rum und ich versuche es mal mit Schnorcheln; natürlich im Neopren-Anzug, denn das Meer hat vielleicht 15 Grad Wassertemperatur. Romy wird derweil von ein paar Sandflies zerstochen :)

Am nächsten Tag heißts dann schweren Herzens Abschied nehmen von der Stony Bay, und es geht wieder ab auf die "geile" Schotterpiste.


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2 Comments

  1. Anonymous

    Habt ihr den Kiwi in echt gesehen? Und wo ist das Bild von der Straße? ;)
    1. Hihi! Nene; das Bild von dem Kiwi ist nur von einem anderen Bild auf einer Schautafel zum Thema abfofografiert :)

      Das Bild mit der Straße ist irgendwo auf den letzten 25km vor der Stony Bay entstanden. Dort stand auch die Infotafel mit dem Bild von dem Kiwi, da die ganze obere Ecke der Coromandel Peninsula ein von verschiedenen Organisationen unterhaltenes Schutzgebiet für diesen drolligen Piepmatz ist; für den braunen North Island Kiwi glaube ich.