https://www.google.de/maps/@-43.3983129,170.1863391,20963m/data=!3m1!1e3

https://www.google.de/maps/@-43.4455193,170.1776629,2093m/data=!3m1!1e3


Nach viel Meer, Beach und grünen Hügeln in den vergangenen Wochen sind wir jetzt zur Abwechslung im Hochgebirge der Südinsel gelandet: den Southern Alps. Dass man innerhalb eines Tages am Strand in der Sonne dösen und (theoretisch) an einem schneebedeckten Hang Skifahren kann, alles also eng beieinander liegt, macht ja Neuseeland irgendwie aus. Wie immer interessant und abwechslunsreich waren auch die verschiedenen Landschaften, die wir während der Hinfahrt durchquert haben; auf der Fahrt nach Franz Josef Glacier. Das kleine, maximal touristische Städtchen heißt wirklich wie der namensgebende Gletscher, der übrigens nach einem österreichischen Kaiser benannt worden ist, im Westland National Park liegt, bisher wenig vom klimabedingten Abschmelzen betroffen ist und weltweit den mit am niedrigst gelegenen Gletscherausgang hat; das sogenannte Gletschertor, was sich auf nur ca. 400m Höhe befindet. Letzteres erhöht natürlich auch die Zugänglichkeit für muskelschwache Großstädter :)

Wir hatten uns zur Besichtigung des Gletschers für einen Track entschieden, auf dem man leider nicht (mehr) direkt mit dem Gletscher in Berührung kommt, der aber nicht so stark von Wanderern frequentiert ist, durch herrlichste Natur führt und den spektakulärsten Ausblick auf den Gletscher bietet, den man ohne Inanspruchnahme eines Hubschraubers oder von Kletterausrüstung haben kann.

So herrlich unberührt und authentisch wie die zu durchwandernde Natur war auch der Weg selber, der an einem 600m hoch gelegenen Aussichtspunkt endet und bis dorthin über Steine, Felsen, Felsstürze, Wurzeln, Hängebrücken und durch Bäche und Wasserfälle führt. Trotz der moderaten Länge von ca. 13km (hin und zurück) und nur 400 zu überwindenden Höhenmetern, waren wir hinzu knapp 3 Stunden unterwegs - inkl. Pausen und zahlloser Fotostopps. Man mag sich also den Schwierigkeitsgrad vorstellen ... ein sehr kurzweiliger Weg und definitiv nicht für Flipflop-Träger geeignet.

Den Gletscher bekommt man wirklich erst am Ende des Weges zu sehen, wenn man nämlich plötzlich auf einer kleinen Plattform in mitten eines fantastischen Panoramas nach dem Durchschnaufen den Kopf hebt. Die ganzen Frühaufsteher auf dem Track hatten bereits den Rückweg angetreten, sodass wir mutterseelenallein den Ausblick genießen konnten. Gleichzeitig meinte das Wetter wohl die Regentage in Collingwood wiedergutmachen zu wollen, denn die Sonne kam wie bestellt heraus, und die Wolken gaben den Blick auf den Gletscher bzw. die umliegenden, über 2000m hohen Berge frei. Wir hatten diesbezüglich also mal wieder mehr Glück als Verstand.

Mit völlig abgeschlafften Oberschenkeln, schmerzenden Knien und Füßen beschlossen wir den Abend dann bei einem Gelage aus Steak, Rippchen und Bier in einer der zahlreichen Kneipen - wir meinten, das hätten wir uns redlich verdient :)


  • No labels