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Als nächstes hat es uns in das Küstenstädtchen Oamaru verschlagen, und zwar aus zwei Gründen: Es ist aufgrund der hier tatsächlich mal vorhandenen, historischen Bausubstanz eine der schönsten Städte Neuseelands, und Oamaru ist die selbsternannte Hauptstadt des Steampunks. Yeah!

Um die Nicht-Computerspieler, die mit dem Begriff Steampunk nichts anfangen können, aufzuklären: Dabei handelt es sich um eine Kunstrichtung mit einem Touch Science Fiction, bei der es hauptsächlich um alte Maschinen und Schrott geht, aus denen Skulpturen und Kunstinstallationen zusammengeschraubt und zusammengeschweißt werden, die dann idealerweise noch dampfen, leuchten bzw. irgendwelche anderen interaktiven Aspekte bieten. Mancheiner hälts für Plunder, aber wir fanden's äußerst geil.

Ganz Oamaru lebt dann auch von dem Flair der alten Gebäude, und an vielen Ecken spiegelt sich der Steampunk wieder; sei es die alte, natürlich dampfbetriebene Eisenbahn, die hier noch verkehrt, oder sei es ein großer, entsprechend gestalteter Abenteuerspielplatz für Kinder oder sei es eine mit verrostetem Stahl verkleidete Hafenkneipe oder sind es einfach nur Leute, die mit einem Hochrad aus alten Zeiten durch die Stadt radeln, als wäre es das Normalste der Welt. Alles ein bißchen anders, aber hübsch abgefahren :)

Ins Steampunk Headquarter, einem Museum, sind wir dann natürlich auch eingerückt. Man durfte ausdrücklich alles fotografieren, anfassen und - soweit funktionsfähig - benutzen und ausprobieren. Einige der Ausstellungsstücke wurden schon in verschiedenen Hollywood-Blockbustern verwendet, aber das Highlight war (für mich) das "Portal"; ein kleiner Raum, vollständig ausgekleidet mit Spiegeln (inkl. Boden und Raumdecke), ausgefüllt mit vielen kleinen Lämpchen. Man selber stand (allein) auf einer kleinen, leicht erhöhten Plattform. Nach steampunk-mäßiger Aktivierung der Installation, leuchteten die Lämpchen in verschiedensten Farben und Rythmen zu einem passenden Klangteppich. Hört sich alles banal an. Richtig. Aber durch die Spiegel meint man, in einem unendlich großen Universum zu stehen, sieht sich selber gleichzeitig aus allen Perspektiven in allen Größen und verliert etwas die Kontrolle über oben, unten, vorne und hinten. Das kommt auf den Bildern leider mal wieder nicht so richtig rüber, aber ist ein irres Gefühl, was leichte Höhenangst verursacht.

Am Abend sind wir dann beim Diner in einer absolut authentischen Kneipe auch das erste Mal mit sowas wie neuseeländischer Hausmannskost konfrontiert worden. Bei Romy gabs was vom Schwein und ich hatte Lammkeulen; in der Machart vergleichbar mit einer urdeutschen Schweinshaxe. Beides wurde mit dem für Neuseeländer obligatorischen Kartoffelbrei serviert und war ein echter Gaumenschmauß! Hatten uns schon die ganze Zeit gefragt, was wohl aus dem Fleisch der vielen Schafe so wird, die hier in der Gegend rumstehen ...

Ein kleines (so verwöhnt ist man schon) Highlight auf der Anreise nach Oamaru war übrigens noch der Besuch der Moeraki Bolders. Das sind Millionen Jahre alte Steinkugeln mit 2-3m Durchmesser, die im Boden liegen, nach und nach vom Meer freigespült werden und bei Ebbe am Strand zu besichtigen sind. Diese Kugeln sind nicht einfach nur aus Stein, sondern das sind Gebilde, die wie eine Muschelperle durch Anlagerung aus etwas viel Kleinerem entstanden sind. Wenn sie zerbrechen, sehen sie (in meinen Augen) so ähnlich aus wie die Quarzdrusen, die mancher als geschliffenes Exemplar in der Schrankwand stehen hat; nur ein paar Nummern größer.

Eins noch zum Schluß; aufgrund der Enttäuschung. Neuseeland ist ja der Ort auf der Welt, wo es mit Abstand die meisten Pinguine gibt. Geben soll. Wir jedenfalls waren diesmal extra bei einer für die Tierchen eingerichteten Forschungsdingsbumms, dem Katiki Point, aber nö; ein sehr schönes Fleckchen Erde mit viel Grün, Leuchtturm, einer Menge Seelöwen, ABER KEINE VERFLIXTEN PINGUINE! GRMMML! Wir haben bisher echt nur einen einzigen Pinguin (in der Curio Bay) zu sehen bekommen ... die verarschen uns doch!


  • No labels

2 Comments

  1. Anonymous

    Hallo ihr beiden,

    eure Karte ist angekommen Wir haben natürlich immer mal kontrolliert, was ihr so am Ende der Welt treibt.

    Also, noch viele schöne und interessante Tage.

    Schöne Grüße

    Hiltrud und Uwe