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So. Das isser nun: der letzte Wikiartikel zum Thema Neuseeland. Schnüff! Die Zeit hier verging wie im Fluge - Sagte ich das schonmal? - und wir nähern uns über Fairlie und Akaroa unserem letzten Ziel, Christchurch, wo wir uns dann noch zwei Nächte den Segnungen der Zivilisation aussetzen wollen, d.h. in einem richtigen Bett in einem richtigen Haus schlafen, das Ganze mit Badewanne und mit Full Service drumrum; also schön gediegen und feudal und so.

Zu Fairlie und unserem Aufenthalt dort für eine Nacht gibt's eigentlich nicht viel zu erzählen. In dem Ort liegt die einzige Station (im Umkreis von 60km und glücklicherweise in der gewünschten Richtung) zum Auffüllen von kleinen Camper-Gasflaschen, und 500m neben der Auffüllstation liegt eine hübsche, grüne Campsite ... Fertig.

Akaroa, unsere nächste Station, liegt ca. 25km südwestlich von Christchurch an einem Fjord. Die Gegend ist ganz klar französisch geprägt, schön grün und idyllisch. Der französische Einschlag kommt übrigens daher, dass nur ein paar Tage nach den ersten Engländern auch Franzosen auf Neuseeland angelandet waren; unabhängig voneinander, auf der Süd- statt der Nordinsel, aber am Ende mit wesentlich weniger "kolonialer Durchschlagskraft". Am Ende der Küstenstraße durch Akaroa, auf einem Hügel auf ca. 200m Höhe, liegt eine sehr, sehr hübsche Campsite, auf der wir zwei Nächte bleiben und noch etwas die Seele baumeln lassen wollten. Das Ganze ist eigentlich eine Farm mit allem möglichen Getier, in die die Campsite quasi integriert ist. Sowas nennt man hier "Farmstay", und was das heißt wurde uns klar, als wir am ersten Morgen von einem Schafsbock geweckt wurden, der halb unter dem Camper lag und ständig unbeholfen mit seinen Hörnern an die Karosserie rummste. Durch die Lage, durch das Panorama und durch die offenen Facilities im Scheunen-Stil fühlte man sich wie auf einer einsamen Karibikinsel am Arsch der Welt. Die vor Ort produzierten Eier und das frische, äußerst leckere Brot aus dem Backautomaten der Betreiberin ersparten uns sogar das Aufsuchen eines Supermarktes.

Vor Abgabe des Campers an der Vermietstation beim Flughafen Christchurch, war noch Packen und Großreinemachen angesagt. Dafür hatten wir uns auf eine Campsite in Flughafennähe begeben. Unglaublich, wieviel Zeit es kostet, den über fast 7 Wochen von uns assimilierten Camper wieder übergabebereit zu bekommen. An dieser Stelle noch ein kurzes Stoßgebet an den Gott im Autohimmel: Vielen Dank für unseren zu allen Zeiten und unter allen Straßenbedingungen äußerst zuverlässigen Begleiter! Wir würden ihn sofort mitnehmen, wenn er ins Handgepäck passen würde und das Lenkrad auf der richtigen Seite wäre :)

Nach der tränenreichen, aber erfolgreichen Verabschiedung unseres Blechkameraden sind wir jetzt also für kurze Zeit in der Großstadt Christchurch bzw. in einem Viersterne-Hotel stationiert. Krasser könnte der Gegensatz zu den vergangenen Wochen nicht sein, aber ein bißchen Arschlecken darf man sich zu seinem 40. bestimmt gönnen. Christchurch ansich ist für die Größe eine äußerst relaxte Großstadt. Es fehlen also platzangsterzeugende Menschenaufläufe und drückende Hochhausarchitektonik. Letzteres mag aber daran liegen, dass hier nach dem krassen Erdbeben von 2011 tatsächlich noch viel im Argen liegt. Das hätten wir so nicht gedacht. Es gibt also neben vielen Neubauten, die gestalterisch leider eher Kategorie Nachkriegs-Zweck-Beton-Neubau sind, auch noch irre viele Baustellen, Baubrachen bzw. beschädigte, historische Gebäude. Dazwischen finden sich auch echte architektonische und stadtplanerische Todsünden, bei dessen Anblick es einem kalt den Rücken runterläuft - siehe Bild; alt neben "neu" am zentralen Cathedral Square. Die Stadt ist dafür aber sehr schön grün, was u.a. dem riesigen Hagley Park und dem darin befindlichen, botanischen Garten zu verdanken ist. Dieser ist, so wie auch die große Christchurch Art Galery, für jedermann kostenlos zugänglich und äußerst sehenswert.

Am (gaaanz) frühen Morgen des 30. Oktober gings nun schließlich per Taxi zum Flughafen, denn es hieß: Mach's gut Neuseeland! Es war ausnahmslos fantastisch!


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