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Nun haben wir ja hauptsächlich des Tauchens wegen die zwei Wochen Australien an den Neuseelandurlaub drangehangen, und hier sind wir nun: am legendären Great Barrier Reef! Man kann sich hier auf verschiedenen, großen Booten, die jeweils immer verschiedene Riffs exklusiv ansteuern, einbuchen, und entweder in der großen Gruppe mit den Guides der Boote oder mit eigenem, "private" Guide einer Tauchschule ins Wasser steigen. Da wir mit unseren ca. 30 Tauchgängen nicht die Profis und auch etwas aus der Übung sind, haben wir uns für letzteres entschieden.

Bis raus zu den Riffen sind es von Port Douglas aus ca. 60km, also braucht man mit den schnellen Katamaranen für eine Strecke 1,5 Stunden. Dort steigen dann Taucher und Schnorchler über den Tag verteilt an drei unterschiedlichen Divesites ins Wasser, zwischendurch gibts Snacks bzw. Getränke und pünktlich mittags den Lunch. Insgesamt ergibt das ein straff geplantes Tagesprogramm, sodass sich auch angesichts von 50 und mehr Leuten an Bord ein gewisses Streßlevel einstellt. Für uns, die mit Tauchen bisher immer eine relaxte und persönliche Atmosphäre in kleinen Gruppen verbanden, eine ungewohnte Erfahrung. Man versucht hier wohl, für die nicht unerhebliche "Teilnahmegebühr" den maximalen Gegenwert zu liefern.

Bei diesem ersten Tauchausflug, zu dem wir uns mit dem Guide um 7.45Uhr (Gäähhn!) an der Hemingway's Brewery (lecker Bier!) im Yachthafen getroffen haben, gings zu den Agincourt Reefs. Das Korallensterben, im Landessprech "coral bleeching", ist hier schon gut sichtbar. Die Zerstörungen, die die normalen Stürme mit ihren bis zu 8m hohen Wellen in Herbst und Winter anrichten, hatten ihr Übriges zu einer teilweise recht unbunten Kulisse beigetragen. Ich will nicht sagen, dass wir enttäuscht gewesen sind, aber wenn man mal vor der Sinai Halbinsel im Roten Meer tauchen war, ist die Erwartungshaltung schon (wieder) entsprechend hoch. Die Riffe boten bei den drei einzelnen Tauchgängen des Tages aber trotzdem viel viel Sehenswertes, nur eben halt nicht durchgängig. Aber so waren wir z.B. unter Wasser noch nie Weißspitzenriffhaien begegnet, die trotz ihrer 2,5m Länge bei uns irgendwie keine Angst auszulösen vermochten; genausowenig wie der Schwarm scharfzahniger Barrakudas. Warum uns das nicht kratzte? Wahrscheinlich fühlt man sich unbewußt eher als Betrachter eines Aquariums als als Bestandteil des Hai-Habitats :) Aber besser so, als andersrum. Eine unmittelbare Gefahr geht von den Tieren sowieso nicht aus.

Das Highlight war für mich der dritte Tauchgang, bei dem es sich um einen Driftdive gehandelt hat, wie wir ihn bei einer deratig starken Strömung noch nicht erlebt haben. Dabei springt man zu Beginn an einem Ende des Riffs vom fahrenden, unverankerten Boot ins Wasser, treibt dann mit der Meeresströmung vor der Riffkante entlang und wird am anderen Ende des Riffs vom Boot wieder aufgelesen, was bis dahin seinen Standort entsprechend gewechselt und geankert hat. So ein Driftdive ist also was für faule Taucher, da man für die Vorwärtsbewegung selber nichts tun muß. Man "hängt" quasi nur im Wasser während das Riff wie im Film an einem vorbeizieht. Ein tolles Gefühl!

Abseits des Tauchens werden wir trotzdem mal schauen, was wir hier in der Gegend noch zu sehen bekommen können. Auf alle Fälle ist die Natur (hauptsächlich Regenwald) hier wesentlich schlechter zugänglich und wegen der ganzen giftigen Tierchen natürlich auch gefährlicher als z.B. in Neuseeland. An welchen Stellen/Orten es welche Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen gibt, ist auch nicht so wirklich dokumentiert. Daher muß man wohl oder übel Geld für eine geführte Tour in die Hand nehmen. Aber wenn wir nun schonmal hier sind ...

P.S.: Wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken. Daher sei gesagt, dass sämtliche Unterwasserfotos von unserem Guide aufgenommen wurden, zumal er eine bessere Kamera hat als wir, und das Schießen von Fotos eh inklusive war.


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