https://www.google.de/maps/@-40.820123,173.0015239,2297m/data=!3m1!1e3


Unweit von unserem letzten Halt befindet sich auf einer Halbinsel der relativ kleine Abel Tasman National Park. Dort entlang verläuft einer der großen, mehrtägigen Wanderwege, die man hier in Neuseeland gehen kann: der Abel Tasman Coast Track. Diese großen Wanderwege sind heutzutage teilweise so überlaufen, dass es an engen Wegstücken schon zu Staus kommt. Da wir mit eintägigen Wanderungen, die im eigenen Camper und nicht in einer miefigen Backpacker-Hütte bzw. in einem mitzuschleppenden Zelt im Nirgendwo enden, mehr anfangen können, hat es uns auf die Nordseite des Nationalparks verschlagen. Dort ist die vom DOC betriebene, riesige aber gewohnt spartanisch ausgestattete Totaranui Bay Campsite, wo die meisten Wanderer den Coast Track beenden. Denn es gibt von hier bis zum letzten Ende des Tracks keine Wassertaxis oder sonstige Transportmittel mehr für den Rückweg. Dafür gibt es auf den letzten Kilometern des Tracks teilweise mehr zu sehen als auf mancher Tagesetappe, und deshalb sind wir hier.

Beim morgendlichen Start unserer Wanderung verzieht sich gerade langsam der Regen, und der Tag wird im Verlauf immer sonniger und schöner. Also ideales Wanderwetter. Wir gehen ein Stück des Coast Tracks und kombinieren diesen dann mit anderen Tracks in der Gegend, sodass wir bis zur nördlichsten Spitze des National Parks, dem Separation Point, gelangen und vorallem nicht den selben Weg zurück gehen müssen. Es sind in der Tat wesentlich mehr Leute unterwegs als wir bisher gewohnt sind, aber es stört noch nicht die gefühlte Idylle.

Diese Wanderung mit über 21km Länge und vielen vielen hundert Metern Höhenunterschied ist aber definitiv alle Anstrengungen wert: fantastische Aussichten, fantastische Strände mit orange bis goldgelbem Sand, herrlicher, naturbelassener Wald, und am Separation Point tümmeln sich sogar zum anfassen nah ein paar Robben in der Sonne. Mit Ebbe und Flut ergeben sich zusätzlich wechselnde Eindrücke. Unglaublich schön!

Und eins muß man an dieser Stelle unbedingt mal erwähnen: Die Neuseeländer und auch die Heerschaaren von Touristen benehmen sich in solchen empfindlichen Gegenden wirklich vorbildlich: Da liegt nirgends Müll rum. Auch nicht auf den Zeltplätzen. Es geben sich augenschinlich alle Mühe, alles so zu hinterlassen, wie sie es vorgefunden haben. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Bestimmt hängt das auch mit dem DOC und seinen Bemühungen zusammen, an den entscheidenden Stellen die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. So sind wir auf unserer Wanderung an einem kleinen "Zeltplatz" im Zedernwäldchen direkt am Strand vorbeigekommen, wo es halt fernab der Zivilisation trotzdem fließend Wasser und einen halbwegs sauberen Klo-Einsitzer mit Spülung und Toilettenpapier gibt.

Am nächsten Tag gehts wieder zurück auf die Piste und weiter gen Nordosten. Mist: Irgendwie läßt sich der Schmutzwassertank unseres Campers nicht mehr vollständig leeren ...

P.S.: Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Essensfotos zeigen nur selber von uns zubereitete Nahrung. Nicht das einer meint, hier handelt es sich um eine für Neuseeland repräsentative Essensauswahl :)